Reisetipps Conemara, Irland

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Reisetipps Connemara - Informationen von Herrn Gundelfinger: Die wildromantische Connemara ist unbestritten auch gleichzeitig die „Bilderbuchlandschaft“ der Grünen Insel, d.h. jene Gegend, die von den meisten Besuchern Irlands als typisch irisch bezeichnet wird. Grund dafür ist nicht ausschließlich nur ihre atemberaubende Berglandschaft, die sich im Westen bis zur Atlantikküste erstreckt, sondern auch die (im positiven Sinne) merkliche Rückständigkeit dieser Gegend, die sich bspw. in den Ortsbildern kleiner Dörfer ausdrückt und das ohnehin beschauliche Landschaftsbild dadurch verstärkt. Die Connemara ist Gaeltachtgebiet [Bez. für Gegenden in Irland, in denen noch heute irisch, bzw. gaelisch als alltäglich Umgangssprache gesprochen wird] – natürlich ist auch in diesen Gaeltachtgebieten die Amtssprache ‚Englisch. Auffallend ist, dass in diesen Gebieten häufig Orts-, Strassen-, Restaurant- oder Pubnamen gälisch lauten. Der ideale Ausgangspunkt für eine Tagestour ist Galway, mit inzwischen über 100 000 Ew. fünftgrößte Stadt Irlands und als „Tor zur Connemara“ bekannt.

Tagestour für Selbstfahrer: Am besten, Sie starten ab Salthill, Galways angrenzender Seebadeort direkt an der Galway-Bay. auf der R-336 nach Westen Richtung Spiddal und weiter bis Ballynahown, wo Sie direkt an der Küste den kleinen Flughafen (mit Flugver- bindung zu den vorgelagerten 3 Anraninseln) sehen. An dieser Stelle wechseln Sie die Richtung nach Norden, folgen jedoch immer noch der R-336 bis Maam Cross; allerdings nicht ohne zumindest einmal auf dieser Strecke anzuhalten, um sich einen kleinen Ausschnitt der Moorlandschaften zu beiden Seiten der Strasse von nahem anzuschauen. Bei Maam Cross biegen Sie nach links auf die N-59 ab und genießen auf der Fahrt die wechselnden Landschaften u.a. die im Hintergrund auftauchenden höchsten zwölf der Connemara-Berge (ca. 800 m).

Am kleinen Parkplatz (bei Recess) müssen Sie links kurz anhalten, denn die zwei dort 'in ‚besonderem Gedenken' errichteten kleine Statuen haben seither jeden Besucher erheitert. Wurden Sie doch vom Besitzer der gegenüberliegenden kleinen Lädchen nur deshalb dort erbaut, weil er sich darüber ärgerte, dass niemand bei ihm anhielt um einzukaufen. Neidvolle Einheimische aus Recess behaupten sogar böswillig, dieser Geschäftsmann wäre inzwischen dadurch zum Millionär geworden.

Weiter nach Clifden – jenes kleine Städtchen am Ende und 'Bretterzaun Europas'. Was dort in Clifden im „Alcock & Brown Hotel“ zu erfahren ist, wird wahrscheinlich auch Ihr Bild über Charles Lindbergh etwas zurechtrücken. Denn die Frage wann und wem der erste Nonstop-Transatlantikflug gelungen ist, wird zu über 99% falsch beantwortet. Denn John Alcock und Arthur Brown kassierten tatsächlich die von der Zeitung „Daily Mail“ für diese Pionierleistung des ersten Nonstop-Fluges ausgelobten 10.000 Pfund, den sie mit ihrer 2-motorigen Fokker im Juni 1919 mit einer Bruch- landung in den Mooren nahe Clifden, zwar jäh aber nahezu unverletzt, beenden mussten. Da war Charles Lindbergh ganze acht Jahre zu spät dran. Richtig hingegen ist, dass Lindbergh 1927 der erste Nonstop-Alleinflug nach Europa gelang und er dafür Weltruhm erlangte.

Bleiben Sie anschließend auf der N-59, die ab jetzt wieder ostwärts vorbei am Eingang zum Connemara Nationalpark (bei Letterfrack) zur Kylemore Abbey führt. Kylmore Abbey, in den 1850er Jahren ähnlich einem Märchenschloss im Tudor-Stil als Privatresidenz erbaut und nach relativ glücklosem Besitz zweier Familien in Folge schließlich im Ersten Weltkrieg an belgische Benediktinerinnen verkauft, beherbergt heute eine Internatsschule für höhere Töchter. So wenig es früher gelang, Kylemore dem kurzzeitig tatsächlich interessierten König Edward VII zu verkaufen, machen die heutigen Versuche Fortschritte, aus diesem unbestrittenen „Juwel eines Schlosses“, in der Beherbergungsbranche eine zahlungskräftige Hotelkette zu finden, die daraus ein renommiertes Luxushotel machen soll. Marktstudien führen immer wieder zum selben Ergebnis, daß Kylmore durch seine absolut traumhaft schöne Lage, umgeben von den Connemara-Bergen, einfach zu weit ab liegt, als dass man sich dort einen rentablen Hotelbetrieb vorstellen könne. So gesehen eine gute Nachricht für alle zukünftigen Besucher auf der Tagestour. Wer sich für einen Besuch nicht interessiert, sollte trotzdem einen Fotostop dort einlegen. Wenn Sie ca. 300 m am Eingang vorbeifahren haben Sie von einer Steinbrücke aus nochmals nach links die Gelegenheit für ein paar schöne Aufnahmen – allerdings ist das Anhalten an dieser dort sehr engen und meist recht stark befahrenen Strasse auch nicht ungefährlich!

Durch ein weites Tal führt die N-59 direkt Zum „Killary Harbour“, dem einzigen Fjord der Grünen Insel. Hier finden Sie auch sichere Haltepunkte für eine herrliche Aussicht über die Bucht. Fahren Sie bis zum nächsten Ort (Leenaun – unter Anglern bekannt durch seine Lachsgründe) und biegen Sie nach rechts auf die R-336 ab, dann ab Maum auf der R-345 weiter nach Cong. Diese Strecke führt Sie zum Teil entlang des riesigen Lough Corrib, der in Galway ins Meer, d.h. zunächst in die Galway-Bucht mündet. Im kleinen Ort Cong parken Sie am besten direkt am Eingang zur Cong-Abbey. Gegenüber finden Sie (besonders wenn Sie „John Wayne“ nicht nur als Cowboy begeisterte) die kleine Tourist Office mit Informationen zu „The Quiet Man“ [dt. „Der Sieger“] mit John Wayne / Maureen O’Hara... Ein Hollywoodstreifen, der Regisseur John Ford 1952 damit einen „Oscar“ einbrachte.

Beginnen Sie Ihre Besichtigung durch den Haupteingang und verlassen Sie zunächst Cong-Abbey über den Kreuzgang in westlicher Richtung zum kleinen Fluss (das ist die Verbindung zwischen dem oberen See „Lough Musk“ und dem unteren See „Lough Corrib“. Während Sie den kleinen Fluss überqueren, rätseln Sie schon mal, wofür das kleine Loch im Boden der dort befindlichen Ruine einer winzigen Fischerhütte direkt über dem Wasser benutzt wurde -?- ... gleich nach der Brücke nehmen Sie den kleinen Waldweg entlang des linken Flussufers. Das unterwegs auftauchende Eisengittertor war während der letzten 30 Jahre nie verschlossen, sollte es jetzt der Fall sein, ist dieser Ausflug dort leider beendet. Wahrscheinlich ist es nur zu und nicht verschlossen – dann folgen Sie (ca. 20 Min.) weiter dem Fluss, bis vor Ihnen – als wäre es im Märchen – ein Schloss auftaucht: „Ashford Castle“. Einst im Besitz der Brauerfamilie GUINNESS und heute ein nobles Schlosshotel. Falls Sie einen kleinen Rundgang durch den noch viel beeindruck- enderen Innenpark machen möchten, fragen Sie einfach an der Rezeption nach, ob sich das durch die Einnahme eines Tässchens Tee o.ä. im Cafe des Hotels kompensieren lässt. Falls dort dann nicht gerade EU-Gipfel oder G8-Treffen ist, wird man Ihnen das wahrscheinlich gestatten. Zu einem 3-tägigen Hotelaufenthalt in der Senior-Suite als Bedingung, würde ich mich allerdings nicht überreden lassen. Für den Fall, dass die beschriebene Abkürzung zu Fuß zum Ashford Castle nicht funktioniert, gelangen Sie natürlich auch über die Zufahrtsstrasse und durch den vorgelagerten Golfplatz ganz offiziell zum Castle.

Inzwischen dürfte es Abend sein – Fahren Sie dann am besten über die R-346 / R-334 und dann N-84 nach Galway zurück.

Viel Spass bei dieser Tagestour!

Persönliche Beratung: Telefon 07131-259121 - Herr Gundelfinger, Irland-Kenner seit mehr als 20 Jahren und zeitweise als Reiseleiter auf der Grünen Insel tätig, berät Sie detailliert zu Rundreisen, Autotouren oder ihren individuellen, maßgeschneiderten Irland-Urlaub.