Reisetipps Rock of Cashel, Irland

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Reisetipps Rock of Cashel - Informationen von Herrn Gundelfinger: Gewaltig erhebt sich der „St. Patrick’s Rock“ über das Golden Vale und das Städtchen Cashel. Erstmals geschichtlich erwähnt wird diese (heute auch als ‚"Irlands Akropolis" bezeichnete) Anlage um 500 n.Chr. als Festung bzw. Steinfort, [irisch: Dun oder caiseal].

Im ersten Moment ist der Besucher etwas verwirrt, hat er doch eine Festung vor sich, innerhalb der sich, angebaut an den Wohnturm eine Kathedrale mit Mittelschiff, Vierung, zwei Querschiffen mit je 2 Kapellen und ein Chor mit Hochaltar befindet; daran außerhalb angebaut ein Rundturm und eine separate, mit Steindach ausgestattete, große Kapelle mit 2 unterschiedlichen Türmen. Um so wichtiger ist es deshalb, sich zunächst mit der zeitlichen Reihenfolge und den einzelnen Bauabschnitten zu befassen: Das älteste noch vorhandene Gebäude ist der Rundturm (um ca. 1100) , das Zweitälteste ist die 1134 geweihte Cormac’s Chapel. Erst anschließend wurde zwischen diesen beiden Bauten die Kathedrale errichtet (1235-1270) und im 14. Jahrhundert in der Vierung mit einem massiven Turm versehen. Der sich am Westflügel befindliche erzbischöfliche Palast wurde erst 100 Jahre später hinzugefügt. Ebenfalls aus dem 15. Jahrhundert stammt die nicht den Hauptkomplex integrierte „Hall of the Vicars Choral“ [dt. ‚Saal der Chorvikare], wo sich heute Haupteingang, ein kleines Museum und Besucherzentrum befinden.

Ab seiner Gründung durch die Familie der Eoghanacht war die Anlage Sitz der Könige von Cashel und später der Könige von ganz Munster, die jedoch so weit verstreut waren, dass sie nicht ständig dort residieren konnten. Selbst als im 10. Jahrhundert die Eoghanachts vertrieben waren und Brian Boru die Macht kam, behielt er den symbolischen Sitz in Cashel bei, obwohl sein Herrschaftsgebiet am Shannon lag. 1101 wurde der Rock of Cashel als „Diözese Cashel“ an die Kirche übergeben, woraus sich die ab diesem Zeitpunkt rasch entwickelnden sakralen Bautätigkeiten (wie o. beschr.) ergaben. Gelegen kam den Fam. der Hochkönige ohnehin, dass sehr viele Adelige gleichzeitig hohe kirchliche Ämter inne hatten und somit auch weltlichen Einfluss. So steckte z.B im 15. Jahrhundert Gerald Earl of Kildare die Kathedrale in Brand, weil er - wie er sich bei König Heinrich VII später entschuldigte – sich absolut sicher war, dass sich der Erzbischof darin befand und ansonsten das Feuer natürlich nicht gelegt hätte. Auch die nächsten Jahrhunderte überdauerte der Rock of Cashel mit mehr und minder bewegenden Ereignissen, wurde aufgebaut, abgebrannt, geplündert und wieder errichtet. Als Kirche benutzt wurde die Kathedrale bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts, war jedoch bereits zu dieser Zeit vernachlässigt und dem Verfall preisgegeben. Die eigentliche Funktion von St. Patrick’s Rock wurde 1748 an die St. John’s Church in Cashel übertragen. Als dann 1847 ein Grossteil des Palastes einstürtzte war nichts mehr zu halten. Seit ca. 1875 kümmern sich verschieden Behörden um Renovierungen und Erhalt der Ruinen. 1975 wurde das Nebengebäude (Vicars Choral) mit großem Aufwand renoviert.

Tipp: Vergegenwärtigen Sie sich genau die zeitliche Zuordnung der einzelnen Gebäude bevor Sie sich den gesamten Gebäudekomplex ansehen. Nehmen Sie sich auch genügend Zeit für die Cormac’ Chapel (älteste romanische Kirche Irlands). Mit Ihrem ca. 20 m. hohen Steindach und die Aussenanlagen rund um die Kathedrale und das kleine Museum mit dem Kreuz des Hl. Patricks. Informationen, Pläne zur Anlage, Bildbände, Führer und Bücher zum „Rock of Cashel“ finden Sie direkt im Eingang zur Halle der Chorvikare.

Persönliche Beratung: Telefon 07131-259121 - Herr Gundelfinger, Irland-Kenner seit mehr als 20 Jahren und zeitweise als Reiseleiter auf der Grünen Insel tätig, berät Sie detailliert zu Rundreisen, Autotouren oder ihren individuellen, maßgeschneiderten Irland-Urlaub.